Bookmarks

Newsletter vom Februar 2011 E-Mail

Wo der DAX 2011 nicht landen wird

Zu Beginn eines neuen Handelsjahres ist es leider üblich geworden, einen mehr oder weniger qualifizierten Tipp für den Verlauf des Börsenjahres abzugeben, der selten über das Niveau von Kartenlegen hinauskommt. Daher wollen wir uns als prognosefreie Investoren auch nicht an diesem Spiel beteiligen. Bekanntlich liegt der Konsens der befragten Banken und Analysten für den Stand des DAX zum Jahresende bei etwa 7.800 Punkten, weshalb wir ihn dort ganz sicher nicht erwarten. Die große Schwäche solcher Prognosen ist es, dass sie meist nur die Vergangenheit fortschreiben. Die befragten Analysten haben es sich diesmal wieder besonders einfach gemacht und ohne Phantasie den bestehenden Aufwärtstrend der vergangenen Monate in die Zukunft verlängert. Ach, wenn Börse doch nur so simpel wäre!

Ziemlich sicher sind wir uns allerdings, dass die Problematik der internationalen Verschul-dung und die Eurokrise uns weiterhin fest im Griff behalten. Außerdem wäre es keine allzu große Überraschung, wenn die USA mit Ihrem Mega-Budgetdefizit, das selbst die griechische Verschuldung noch in den Schatten stellt, weiterhin mit allen Mitteln versuchen, von ihrer eigenen gigantischen Verschuldung abzulenken. Klar ist auch längst, dass Schuldenprobleme dieses gigantischen und nie da gewesenen Ausmaßes durch traditionelle Schuldentilgung nicht lösbar sind. Dazu wäre ein 10-15 Jahre anhaltendes, kontinuierliches Wirtschafts-wachstum von über 5% p.a. erforderlich, das aus heutiger Sicht für die westlichen Industrieländer schlichtweg utopisch ist. Aufgrund dieser Problematik, aber auch angesichts der gestiegenen Rohstoffpreise und der langsam sich verstärkenden Wirtschaftsdynamik in Europa und den USA gehen wir von einer deutlich steigenden Inflation in diesem und den nächsten Jahren aus.

Wie wir investiert sind

Die oben geschilderten Probleme sind keine gute Voraussetzung für einen ruhigen und gewöhnlichen Börsenverlauf. Wir gehen von heftigen und zeitweise auch politisch motivier-ten Schwankungen aus, die in keiner Weise berechenbar und seriös vorhersagbar sind. Mag sein, dass die Aktienkurse am Jahresende höher stehen als heute. Mag sein, dass die steigende Inflation die Notenbanken veranlasst, die Zinsen zu erhöhen, was speziell gegen eine Investition in Anleihen sprechen würde. Aber kann man sich auf diese Mehrheits-meinungen von Experten verlassen? Die Erfahrung sagt „NEIN“, denn die Qualität einer Meinung hängt nicht von der Zahl ihrer Inhaber ab. Wir haben es uns auch längst abgewöhnt, uns auf unsere eigene Marktmeinung zu verlassen. Statt auf Meinungen und Prognosen setzen wir auf die Faktenlage, genauer gesagt auf die ständig sich verändernde Faktenlage, die unser System täglich erfasst, auswertet und daraus Trends erkennt, positive wie negative Trends. Im zweiten Schritt kommt es darauf, diese Erkenntnisse wert steigernd für den Fonds zu nutzen. Mit unserem FondsSecure-System besitzen wir die nötigen Instrumente, höchstmögliche Flexibilität und die Fähigkeit, Ihr Kapital auch in diesem Jahr zu schützen und risikoadjustiert zu vermehren.

Wenn Sie unsere letzten Newsletter gelesen haben, wissen Sie, dass wir seit vielen Monaten relativ stark in den Sektoren Edelmetalle und Rohstoffe investiert waren, um die dortigen Trends zu nutzen. Bereits im November 2010 gab es hier eine kurzfristige Korrektur, bei der die Signale unseres Systems bereits auf „dunkelgelb“ standen, bevor sich der intakte Langfristtrend wieder durchsetzte.

Anders als im November hat der erneute Rücksetzer im Januar klare Verkaufssignale ausgelöst, wobei der Währungsverlust (USD, CAD, AUD usw. gegenüber dem Euro) den Löwenanteil an den Kursrückgängen ausmachte.
Auch wenn wir den positiven Aufwärtstrend sowohl bei Edelmetallen wie auch Rohstoffen noch lange nicht für beendet halten, haben wir die Verkaufssignale unseres Systems befolgt und wesentliche Positionen veräußert, gemäß unserem eisernen Prinzip, Verluste in Abwärtsphasen zu begrenzen.

Währungsverluste ab 09. Januar 2011 im Gleichschritt

US Dollar (USD/EUR) Kanadischer Dollar (CAD/EUR)
02-11-US-Dollar 02-11-Kanadischer-Dollar
Australischer Dollar (AUD/EUR) Indische Rupie (INR/EUR)
02-11-Australischer-Dollar 02-11-Indische-Rupie
Schweizer Franken (CHF/EUR) Norwegische Krone (NOK/EUR)
02-11-Schweizer-Franken 02-11-Norwegische-Krone

Genauso sind wir mit unseren Schwellenländer-Investitionen verfahren, die im Januar deutlich an Boden verloren haben gegenüber den Hauptbörsen USA und Europa. Die durch die Auflösung von Emerging-Market- sowie Rohstoff- und Edelmetall-Positionen frei gewordenen Mittel haben wir z. T. in deutsche und europäische Aktienpapiere sowie einige Corporate Bonds-Werte reinvestiert.

Der überwiegend währungsbedingte Downdraw von 4,9% im Januar ist durchaus systemadäquat und im Rahmen geblieben. Das negative Januar-Ergebnis von 3,8% ist zu ca. 75% dem plötzlichen Erstarken des Euro geschuldet, demgegenüber alle wichtigen Währungen taggleich ab dem 9. Januar ca.5-8% verloren haben, wovon hauptsächlich unsere Rohstoff- und Emerging Market-Positionen betroffen waren.

Wie gut uns die beschriebene Konzentration auf die relativ sicheren Trendphasen in der jüngeren Vergangenheit wieder gelungen ist, entnehmen Sie bitte der folgenden Grafik. Hier vergleichen wir unseren FondsSecure mit dem mittlerweile sehr bekannten Ethna Aktiv sowie dem berühmten Carmignac Patrimoine:

02-11-FondsSecure-System

Sentiment etwas zu positiv

Einer der Gründe, weshalb wir trotz der nach wie vor freundlichen Börsen vorsichtig sind und uns nicht geziert haben, Gewinne zu realisieren, ist das positive Sentiment. Zum Beispiel befinden sich unter den bekanntesten US-Börsen-Bloggern nur noch 30 Prozent Bären, aber fast 50 Prozent Bullen. Der aktuell ungewöhnlich hohe Anteil von Optimisten, in Verbindung mit dem neutralen Lager, könnte in naher Zukunft die Seite der Verkäufer anschwellen lassen. Diese Argumente der Behavioral Finance allein sind für uns noch kein Verkaufsgrund. Diesmal korrespondieren sie aber mit knallharten makro-ökonomischen Fakten. In einigen bedeutenden Schwellenländern, die nicht zuletzt für die deutschen Exporte sehr bedeutend sind, schwächt sich das Wachstum bereits wieder ab.

In China, Australien und Brasilien liegt der Zenit der wirtschaftlichen Expansion hinter uns und das Wachstum wird langsamer. Parallel dazu befinden sich Konjunktur-Indikatoren wie z.B. der deutsche ifo-Index auf extremen Höhen, die in der Vergangenheit kaum erreicht und nie lange gehalten werden konnten. Aber auch kurzfristig sollte man nicht damit rechnen, dass die aktuelle Trendphase ewig fortgesetzt werden kann. Mittlerweile steigen die Kurse an der wichtigen US–Leitbörse seit 75 Tagen ohne spürbare Gewinnmitnahmen. Dies ist eine der längsten Aufschwungphasen der vergangenen 40 Jahre, sollte uns aber nicht in zu großer Sicherheit wiegen.

Die aktuelle Börsensituation ähnelt einer Übung auf dem Schwebebalken. Man kann sie entweder in Bodennähe oder unter dem Dach einer Zirkuskuppel durchführen.
Falls man das Gleichgewicht verliert (oder sich der Börsentrend überraschend umkehrt), sind die Schmerzen natürlich entsprechend gering oder heftig. Da es nach unserem Modell darauf ankommt, in den Trendphasen investiert zu sein und ansonsten Verluste zu vermeiden, wollen wir mit dem Fondsvermögen des FondsSecure, Ihrem Kapital, keine Münzen vor der sich nähernden Dampfwalze aufsammeln. Denn in diesen Zeiten ist es völlig normal, dass sich Trends sehr schnell abwechseln – meistens unerwartet für die Mehrheit.